RIAS ist die Abkürzung für:
›Rundfunk im amerikanischen
Sektor‹ und war der Name
eines Berliner Rundfunk-
senders von 1946 bis 1993.

Nach dem 2. Weltkrieg war West-Berlin in einen französischen, einen britischen und einen amerikanischen Sektor aufgeteilt. Die Amerikaner richteten bereits im Februar 1946 in der völlig zertrümmerten Stadt den ersten Sender des Neubeginns ein. Zunächst als “Drahtfunk im amerikanischen Sektor” (DIAS), und mit anfangs großem Improvisationstalent, startete die Rundfunkstation mit ausschließlich deutschen Mitarbeitern, die aber den amerikanischen Idealen eines freien, unabhängigen Journalismus verpflichtet waren. Der damalige Leiter des Schulfunks im RIAS, Rudolf Ossowski, initiierte die Gründung des RIAS Schulfunkorchesters mit einem Aufruf zum Vorspielen an musikbegabte Schüler, der über den Äther ging. Von 1948 bis 2004 war das das RIAS Jugendorchester das einzige Nachwuchsorchester einer Rundfunkanstalt.


Nach der deutschen Wiedervereinigung 1991 und dem Abzug der alliierten Streitkräfte wurde der RIAS aus der bis dahin bestehenden amerikanischen Trägerschaft zusammen mit dem Deutschlandfunk und dem Sender DS-Kultur durch das Rundfunkneuordnungsgesetz vom 20. Dezember 1993 in eine Körperschaft des öffentlichen Rechts überführt. Seit 1994 sendet Deutschlandradio Kultur auf der ehemaligen RIAS-Frequenz UKW 89,6 aus dem Funkhaus am Hans-Rosenthal-Platz in Berlin-Schöneberg, auf dessen Dach immer noch das RIAS-Logo prangt und an “eine freie Stimme der freien Welt” erinnert. Für die Fortführung der deutsch-amerikanischen journalistischen Kooperation steht heute die RIAS Berlin Kommission.